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Kittys Leseecke

Samstag, 17. Oktober 2009

Wüstenblume



Vor zwei Wochen habe ich mir den Film Wüstenblume mit Grobi im Kino angesehen. In die Thematik hatte ich mich bisher nur kurz eingelesen, wusste so in etwa, was auf mich zukommen würde. Doch als ich dann den Film sah, wurde mir bewusst, da steckt viel mehr hinter dem Thema. Ich war noch nie in einem Film, in dem die Zuschauer nach dem Ende einfach sitzen blieben, um das Thema sacken zu lassen.

Die Grausamkeit der Kultur der Beschneidung an afrikanischen Mädchen hat mich hart getroffen. An einigen Stellen des Films entdeckte ich Parallelen zu meinem Leben, finde aber auch, das FGM und IS zwei verwandte Themen sind. Sicherlich gibt es Überschneidungen in den Thematiken, sie lassen sich - ob der Grausamkeit – für mich nicht wirklich vergleichen.

Mittlerweile habe ich das Buch zum Film gelesen und mir wurde prophezeit, dass man es nicht mehr aus der Hand legt. So war es auch bei mir, ich wollte und konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Doch an einigen Stellen musste ich das Buch zur Seite legen und durchatmen. Einige Passagen in diesem Buch sind so realistisch beschrieben, das es einem die Tränen in die Augen treibt.

Ich bewundere Waris Desirie für ihren Mut, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen und hoffe, dass ihr Schicksal nie wieder einem Mädchen wiederfährt.

Dienstag, 16. Juni 2009

Geschlechtsanomalien des Menschen



von Krzysztof Boczkowski

Inhaltliche Beschreibung

Keine.

Bestellnummer 7-63-418-2 (6866)

Rezension

Dieses im Jahre 1985 veröffentlichte Buch umfasst auf 268 Seiten inklusive eines kurzen Glossars die einzelnen Intersexsyndrome. Zuerst wird jeweils das Syndrom mit der jeweiligen Symptomatik beschreiben, bevor es zur Zytogenetik und Therapie sowie Prognose geht. Auch der Autor dieses Buches empfiehlt immer wieder die Entfernung der Gonaden, die weibliche Geschlechtszuweisung und die Verheimlichung der Wahrheit gegenüber dem Betroffenen.

Anfänglich bin ich über ein Syndrom gestolpert, welches ich bis dato noch nie gehört hatte - Syndrom der Nichtansprechbarkeit auf Androgene (SNA) - damit ist die Komplette AIS gemeint.

Ein erster Blick in die Inhaltsangabe dieses Buches vermittelt ein umfangreiches Wissen, welches es schlussendlich doch nicht wirklich halten konnte. Auch werden in diesem Buch sehr oft die Syndrome zusammengefasst und vergleichend dargestellt. Dabei kommt es zu verwirrenden Verwischungen zwischen den einzelnen Syndromen.

Dafür werden Diagnosen wir z.B. Anorchie, Amenorrhoe, Agonadismus, Hypospadie, Kryptorchismus usw. ausführlich erläutert.

Dieses Buch kann natürlich dem Anspruch aus heutiger Sicht nicht standhalten und ist daher bedingt empfehlenswert.

Freitag, 12. Juni 2009

Gynäkologie, Geburtshilfe und Neonatologie



von Joachim Martius, Alex Novotny

Inhaltliche Beschreibung

Die 12. Auflage dieses bewährten Standardwerks wurde vollständig überarbeitet und erweitert. Die verständliche Darstellung des medizinischen Fachwissens in den Bereichen Gynäkologie, Geburtshilfe und Neonatologie ermöglicht ein grundlegendes Verständnis der Krankheitslehre als Voraussetzung für eine selbstständige und verantwortungsbewusste professionelle Pflege. Wie in der neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für die Gesundheits- und Krankenpflege vorgeschrieben, finden zudem die Bereiche Prävention, Beratung und Anleitung von Patienten verstärkt Berücksichtigung. Neu sind auch die Kapitel zur Familienplanung und Ethik. Kompetent und praxisnah - ein unentbehrliches Lehrbuch und Nachschlagewerk für alle Pflegenden in Ausbildung und Praxis, Dozenten und Mitarbeiterin anderen medizinischen Assistenzberufen.

Prof. Dr. med. Joachim Martius, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe und Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Agatharied. Dr. med. Alex Novotny, Leitender Oberarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Agatharied.

ISBN-10: 3-17-018346-X

Rezension

Nur indirekt hat dieses Buch mit dem Thema Intersexualität zu tun. Die zwei kurzen Absätze in dem Buch zur intersexuellen Konstitution haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Auch fehlen hier diverse Nebendiagnosen der Intersexualität gänzlich.

Ein sehr interessantes und informatives Buch mit sehr viel fachlichen Hintergrundwissen aus dem Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe.

Familien, Geschlechter, Macht - Beziehungen im Werk Ulrike Draesners



von Friedhelm Marx und Stephanie Catani

Inhaltliche Beschreibung

Ein Hermaphrodit auf der Suche nach der eigenen Geschlechteridentität, eine junge Frau als Opfer autoritärer Machtstrukturen, ein Körper, der zum Samenraub eingesetzt wird: In ihren Romanen, Erzählungen und Gedichten thematisiert Ulrike Draesner Beziehungsmuster, Identitäts- und Familienmodelle, die in der modernen Gesellschaft an Stabilität verloren haben. Die Autorin verknüpft die individuelle Suche nach Heimat und Identität mit Erinnerungen, die auf ein kollektives Gedächtnis gründen, wie im jüngsten Roman Spiele. Literaturwissenschaftler und -kritiker, Übersetzer und Schriftsteller nähern sich verschiedenen Texten Ulrike Draesners und fragen gemeinsam mit der Autorin, die den Band einleitet, nach der Bedeutung von Familien-, Geschlechter und Machtstrukturen für den schwierigen Prozess der Identitätsfindung in der Moderne.

Ulrike Draesner, deren Werk Gegenstand des zweiten Bandes der Reihe
ist, gewährt dem Leser in ihrem einleitenden Essay autobiografische Einblicke und lässt ihn teilhaben an ihrer Selbstfindung als freie Autorin.

ISBN 978-3-8353-0342-3

Rezension

Dieses Buch besteht aus verschiedensten Rezensionen von Autoren zu den unterschiedlichsten Werken Ulrike Draesners.

In ihrem Roman Mitgift geht es um die Lebensgeschichte eines hermaphroditischen Menschen (Anita) aus der Sicht der Schwester (Aloe). Genau diese Rezension war der Grund für mich, dieses Buch zur Hand zu nehmen. Ich möchte an dieser Stelle eine kleine Passage der Rezension bzw. aus dem Buch wiedergeben.

„Ein Schlüsselmoment des Romans beschreibt die Reaktion Lukas`, des Freundes Aloes, auf das vermeintlich große Familiengeheimnis, das Aloe ihm erst nach Jahren der Beziehung mitteilt:

Lukas lachte, toll, sagt er, dann noch einmal leiser: toll! Da war ein Faktum – Anita geboren mit einer vergrößerten Klitoris, also gut, einer penisartig vergrößerten, dennoch: nur ein Stückchen Fleisch, eine Fehlbildung der Scheide – und ihr habt eine unglaubliche Geschichte darum gebaut. So viel geschwiegen, bis das kleine Faktum immer größer geworden ist, sich immer mehr daran angelagert hat, und jetzt ist es eine riesige Blase, die euch alle noch immer umgibt, auch dich meine Liebe. Die Böhmsche Familientragödie.

Lukas deckt hier schonungslos die eigentliche Familientragödie auf, deren Kern nicht die Figur einer Intersexuellen ist, sondern das >Monster<, das die Familie daraus macht.“


Zutreffender kam man das Tabu eigentlich nicht formulieren.

Fazit

Bis auf die Rezension zu Mitgift weniger interessant und nicht wirklich zu entfehlen.

1-O-1 (one ó one) Intersex



hier zu beziehen

Inhaltliche Beschreibung

Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung

Wie selbstverständlich ist es, die Menschen in zwei Geschlechter einzuteilen, nicht mehr und nicht weniger? Dürfen grundlegende Menschenrechte verletzt werden, um die zweigeschlechtliche Grenzziehung aufrecht zu erhalten? Das Archiv- und Ausstellungsprojekt 1-0-1 [one 'o one] intersex entfaltet einen öffentlichen Polylog über den gesellschaftlichen Umgang mit Intersexuellen (Zwittern / Hermaphroditen), deren Körper als geschlechtlich „uneindeutig" gelten. Immer noch werden Kleinkinder an zweigeschlechtliche Normvorstellungen chirurgisch angepasst und Intersexualitätsdiagnosen selbst im Erwachsenenalter verschwiegen. Die medizinisch-psychologische Begründung dieser Praxis konfrontiert 1-0-1 [one 'o one] intersex mit einem grundlegenden Perspektivwechsel. Die Ausstellung versammelt dazu Erfahrungen von Intersex-Aktivistlnnen, künstlerisch-politische Positionen, wissenschaftskritische, rechtliche u.a. Sichtweisen. Diese zeigen, aufweiche Weise in der modernen westlichen Gesellschaft geschlechtliche Normvorstellungen entstehen, die unsere alltäglichen Sozialbeziehungen regulieren. 1-0-1 [one 'o one] intersex problematisiert, wie in Abgrenzung gegen Menschen „uneindeutigen Geschlechts" normative Körperkonzepte entwickelt und durch die Unsichtbarmachung körperlicher Vielfalt aufrecht erhalten werden. Damit thematisiert die Ausstellung, warum Intersexualität uns alle angeht. Gegen vorherrschende Darstellungen natürlicher Zweigeschlechtlichkeit entwerfen die künstlerisch-aktivistischen Ausstellungsbeiträge visuelle Strategien, die sich kritisch mit Bildsprachen auseinandersetzen. Aufgrund der zentralen Rolle medizinischer und biotechnologischer Bilder erhalten sie eine neue politische Brisanz. Einige der künstlerischen Arbeiten zielen auf die (Rück-)Eroberung zugerichteter Körperlichkeit und Sexualität und eröffnen Perspektiven, wie die Geschlechtergrenzen aufgebrochen werden könnten. Andere Arbeiten weisen auf gesellschaftliche Ausschließungen und Verletzungen hin, auf denen die Einteilung in „männlich" und „weiblich" gründet.

ISBN 3-938515-07-4




hier zu beziehen

Inhaltliche Beschreibung

i-o-i [one 'o one] intersex - Das Zwei-Geschlechter-System als Menschenrechtsverletzung geht der Frage nach, auf welche Weise geschlechtliche Normvorstellungen entstehen, die den alltäglichen Umgang in unserer Gesellschaft regulieren. Das Ausstellungs- und Archivprojekt der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst problematisiert, wie in Abgrenzung gegen Menschen „uneindeutigen Geschlechts" normative Körperkonzepte entwickelt und durch die Unsichtbarmachung körperlicher Vielfalt aufrecht erhalten werden - Verletzungen der körperlichen Integrität und der Würde intersexueller Menschen werden dafür in Kauf genommen.

Die Publikation zum Projekt 1-0-1 intersex thematisiert, warum Intersexualität uns alle angeht. Sie enthält künstlerische, aktivistische und wissenschaftliche Beiträge, die eine breite Auseinandersetzung über die Geschlechtergrenzen anstoßen.

ISBN 3-926796-95-2

Rezension

Sehr empfehlenswert zum lesen - die komplette Ausstellung wird erläutert.

Freitag, 27. März 2009

Intersex - Geschlechtsanpassung zum Wohl des Kindes?



von Michael Groneberg und Kathrin Zehnder

Inhaltliche Beschreibung

Ethik und politische Philosophie

Herausgegeben vom Interdisziplinären Institut für Ethik und Menschenrechte der Universität Freiburg Schweiz unter der Leitung von Jean-Claude Wolf- Beat Sitter-Liver - Adrian Holderegger - Simone Zurbuchen

Band 12: Michael Groneberg/Kathrin Zehnder (Hrsg.)
«Intersex»; Geschlechtsanpassung zum Wohl des Kindes?

Zum Inhalt:

In Ovids Metamorphosen verschmelzen die Götter die Nymphe Salmacis mit Hermaphroditos - Sohn von Hermes und Aphrodite - zu einem Zwitterwesen aus Mann und Frau. In unserer Kultur wurden Hermaphroditen in der Mythologie als vollkommene Wesen verehrt und in der Realität lange Zeit zu Monstern erklärt und getötet. Nach kanonischem Recht konnten intersexuelle Menschen ihr Geschlecht selbst bestimmen, seit dem 18. Jh. wird vermehrt ein wahres männliches oder weibliches Geschlecht hinter der zweideutigen Erscheinung vermutet. Vor rund 50 Jahren begann sich die Theorie durchzusetzen, dass die Geschlechtsidentität -«Ich bin ein Mädchen / ein Junge» - ausschließlich durch Sozialisation festgelegt werde, so dass eine uneindeutige Anatomie chirurgisch in beliebiger Richtung korrigiert werden könne. Obwohl diese Auffassung mittlerweile revidiert ist, nimmt man weiterhin so genannte Geschlechtsanpassungen vor. Es mehren sich kritische Stimmen gegen diese medizinisch nicht immer zwingend indizierte Praxis, die zu Traumatisierungen führen kann und die Menschenwürde sowie das Selbstbestimmungsrecht des Kindes verletzt. Im vorliegenden Band widmen sich Vertreterinnen verschiedener Disziplinen - Philosophie, Sozialwissenschaft, Sexualwissenschaft, Psychologie und Recht - im Dialog mit Betroffenen und Eltern diesem Thema. Es werden einschlägige Begriffe und Erfahrungen sowie die juristischen und therapeutischen Probleme dargestellt und ethische, juristische und Behandlung und Forschung betreffende Schlussfolgerungen gezogen. Das Buch enthält ein ausführliches Glossar, eine Liste von Kontaktadressen und einen Katalog von Empfehlungen.

Beiträge:

Eveline (AGS-Betroffene), Michael Groneberg (Philosophie), Karin Plattner (Mutter), Hertha Richter-Appelt (Sexualwissenschaft), Jürg Rieben (Psychologie), Mirjam Werlen (Recht), Kathrin Zehnder (Sozialwissenschaft)

Die Herausgeber:

Michael Groneberg aus Eisenerz in der Steiermark ist promovierter und habilitierter Hochschullehrer und -forscher in Philosophie (Ethik, Wissenschaftsphilosophie, Antike). In der Geschlechterforschung steht im Vordergrund seines Interesses die Konstruktion und Normierung von Sexualität, Geschlechtlichkeit und männlicher Subjektivität. In derselben Reihe erschien von ihm Bd. 13 «Der Mann als sexuelles Wesen - Zur Normierung männlicher Erotik».

Kathrin Zehnder aus Baden im Aargau ist lizenzierte Sozialwissenschafterin und diplomierte Sozialarbeiterin. Sie promoviert im Fach Soziologie im Rahmen eines vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Pro*Doc-Projekts zur Frage des Widerstands seitens der intersexuellen Selbsthilfe-Bewegung im deutschsprachigen Raum gegen die Behandlungspraxis und das «doing sex» der Medizin. Sie interessiert vor allem die Frage, wie Intersexualität von den Aktivistinnen fern der medizinischen Pathologie gelesen und verhandelt wird.

ISBN: 978-3-7278-1506-5

Rezension

Der Titel dieses Buches warf bei mir die Frage auf, ob das vorliegende Werk die Behandlungsrichtlinien kritisch hinterfragt oder bekräftigt?

Der Einleitungstext zu diesem Buch ließ auf Positives hoffen. Die bestehenden Behandlungsrichtlinien werden kritisiert und das Wohl und die körperliche Unversehrtheit des Kindes werden in den Vordergrund gestellt. Es wird ausdrücklich auf die Zusammenarbeit mit Betroffenen hingewiesen und soll der Medizin neue Denkanstöße für die Behandlungsrichtlinien Intersexueller Menschen geben.

Kathrin Zehnder analysiert die persönlichen Geschichten der XY-Frauen-Seite unter verschiedenen Gesichtpunkten, z.B. Familie, Freundschaft, Partnerschaft, Ängste, Ärzte und belegt das mit Zitaten aus den Geschichten.

Hertha Richter-Appelt stellt Ergebnisse der Katamnesestudie bei Erwachsenen mit verschiedensten Formen der Intersexualität vor und erläutert die Ergebnisse.

Michael Groneberg berichtet über Mythen und Wissen zu Geschlecht und Intersexualität.

Jürgen Rieben referiert über die Genese der Geschlechtsidentität als individuelle kognitive Leistung im sozialkulturellen Kontext.

Mirjam Werlen hinterfragt den rechtlichen Schutz für Kinder mit bei der Geburt uneindeutigem Geschlecht.

Anschließend werden neue Behandlungsempfehlungen gegeben.

Fazit

Wie bereits der Einleitungstext vermuten ließ, werden die etablierten Behandlungsrichtlinien kritisiert und neue Behandlungsempfehlungen entworfen. Bis auf eine kleine Ausnahme im Beitrag von Hertha Richter-Appelt über die Entwicklung der Geschlechtsidentität bei nicht behandelten Kindern, in dem abermals behauptet wird, es könne mit uneindeutigem Geschlecht keine ungestörte Geschlechtsidentität entwickelt werden und langatmigen Mythen sowie einem unverständlichen Beitrag zur Genese der Geschlechtsidentität, ist das Buch doch sehr interessant.

Bleibt zu hoffen, dass sich der eine oder andere behandelnde Speziallist dieses Buch zur Hand nimmt. Trotz der kleineren Kritikpunkte ist dieses Buch sehr empfehlenswert und vermittelt auch eine andere Sicht, gerade auf die Behandlung intersexueller Menschen und ihr Wohl, sowie auf die rechtlichen Hintergründe wird eingegangen.

Montag, 16. März 2009

Zufälle gibt’s

Angefixt von der Meisterin lese ich momentan mit Vorliebe die Romane von Kathy Reichs. Beim lesen des Buches „Mit Haut und Haar“ hatte ich ein Aha-Erlebnis; dort hieß es, es gibt nur zwei Geschlechter.

Während dem lesen machte ich mir so meine Gedanken über diese Aussage. Dass diese Aussage nicht ohne Grund so formuliert wurde und eigentlich eher eine Frage war, zeigte sich am Ende des Romans. Die skelettierte Leiche wird mithilfe einer Gen-Analyse als männlich deklariert – die Wendung in dem Fall tritt ein, als bekannt wird, dass das Skelett zu einem Menschen mit XXY-Chromosomen - Klinefelter- Syndrom - gehört. Dieser Mensch aber in der weiblichen Rolle lebte und die Vermisste in dem Fall war.

Das Buch liefert keinerlei Hintergrundinfos über Intersex, ist aber für Bones-Fans empfehlenswert.

Samstag, 22. November 2008

Mythos Jungfrau: Die Kulturgeschichte weiblicher Unschuld



von Anke Bernau

Inhaltliche Beschreibung

Der mittelalterlichen Legende zufolge kann nur eine Jungfrau das Einhorn aus seinem Versteck locken und zähmen. Jeanne d'Arc wurde im 15. Jahrhundert zur jungfräulichen Kriegsheldin, die als Hexe auf dem Scheiterhaufen endete. Heutzutage legen Teenager feierliche Versprechen ab, bis zur Ehe sexuell enthaltsam zu bleiben. Auch die Möglichkeit der operativen Wiederherstellung des Jungfernhäutchens erfreut sich im „Westen" einer regen Nachfrage. In Filmen wie Kids und The Virgin Suicides wird der Mythos Jungfrau vor einem popkulturellen Hintergrund aufbereitet.

Auch wenn sich Status und Bedeutung der Jungfräulichkeit im Lauf der Jahrhunderte stark gewandelt haben, die Relevanz dieses Konzepts besteht nach wie vor. Anke Bernau fragt in ihrem Buch nach den Gründen für dieses gesellschaftlich-kulturelle Phänomen. Sie geht den verschiedenen Bedeutungen der Jungfräulichkeit nach und liefert eine anschauliche Darstellung ihrer kulturgeschichtlichen Entwicklung. Neben dem medizinisch-physiologischen Verständnis der körperlichen „Unberührtheit" geht es um die religiöse Prägung des Begriffs. Darüber hinaus werden aktuelle Zusammenhänge untersucht, in denen die Problematik der Jungfräulichkeit im juristischen oder politischgesellschaftlichen Kontext auftritt. Anhand zahlreicher Beispiele aus Literatur und Film, aus Medizin- und Religionsgeschichte werden Themen wie Aids, Prostitution, weibliche Genitalverstümmelung, Abtreibung, Transvestismus und Pornographie behandelt.

ISBN 978-3-86601-062-8

Rezension

Auf 181 Seiten wird das Thema Jungfräulichkeit aus historischer Sicht beleuchtet. Weitere Themen sind u.a.: Gesundheit Jungfräulichkeit / Krankheit Jungfräulichkeit, Hymenrekonstruktion, historische Bedeutung des Hymen und Jungfräulichkeit aus religiöser Sicht.

Dieses Buch wurde mir bei der Websuche nach dem Begriff Intersexualität angeboten; in dem Buch wird der Begriff Intersexualität ganze zwei Mal ohne jegliche Erklärung erwähnt. Das Buch ist absolut nicht empfehlenswert – schade um die Zeit und Geld.

Montag, 25. August 2008

Transsexualität und Intersexualität - Medizinische, ethische, soziale und juristische Aspekte



von diversen Autoren

Inhaltliche Beschreibung

Transsexualität und Intersexualität interdisziplinär
• Transsexualität und Intersexualität im Hinblick auf medizinisch-klinische Fragestellungen, Ethik Soziologie und Recht
• Status quo und Handlungsbedarf

In der jüngeren Vergangenheit hat das Forschungsgebiet »Gender Studies« die Diskussion über die Kategorien Geschlecht und Geschlechtsidentität wesentlich belebt. Im Zuge dieser Entwicklung. sind auch transsexuelle Menschen, deren empfundene Geschlechtszugehörigkeit nicht mit ihrem biologischen Geschlecht übereinstimmt, verstärkt in den Blickpunkt des Interesses gerückt. Ähnliches gilt für intersexuelle Menschen, d. h. für Personen mit nicht eindeutig weiblichen oder männlichen körperlichen Geschlechtsmerkmalen.

Der vorliegende Band verfolgt das Ziel, den Handlungsbedarf im Umgang mit Transsexualität und Intersexualität herauszuarbeiten und aus verschiedenen fachlichen Perspektiven zu beleuchten. Dabei werden neben klinischen Fragen - hier liegen die Schwerpunkte im Bereich der geschlechtsangleichenden Maßnahmen und der bisher wenig diskutierten Stimmbehandlungen - gerade auch ethische, soziale und rechtliche Aspekte einbezogen und analysiert.

ISBN 978-3-939069-55-3

Rezension

Das Buch hat zwar den Titel „Transsexualität und Intersexualität“, enthält aber über Intersexualität gerade mal 10 von 220 Seiten, auf denen es um medizinischen Interventionen geht. Wieder einmal zeigt sich, dass wo Intersexualität drauf steht, nicht immer Intersexualität drin ist.

Hin und wieder werden auf Parallelen zwischen Transsexualität und Intersexualität hingewiesen, aber zum größten Teil bezieht sich dieses Buch auf die Problematiken im Bereich der Transsexualität.

Interessant war das Kapitel über die Print-/Medien zu lesen, denn gerade die Medien haben großen Einfluss auf die Stimmungslage der Gesellschaft. Beispielhaft möchte ich hier nur die Stichworte „Personalisierung“, „Sensationalisierung“ und „Dramatisierung“ für eher negative Berichterstattung und „Bindung an Alltagserfahrung“, "Narrativierung“ und Emotionale Berichterstattung“ für positive Berichterstattung nennen.

Weitere Themen sind:

- Gesellschaft
- Recht
- Geschlechtsangleichende Maßnahmen (MzF/FzM)
- Stimmbehandlung

Trotz meiner Kritik aus IS-Sicht, lässt sich das Werk gut lesen. Da das Werk allerdings fasst gänzlich auf TS ausgelegt ist und über IS nur sehr wenig enthält, wird es seinem Titel nicht gerecht und ist nur sehr bedingt empfehlenswert.

Intersexualität bei Kindern



von Sven-Olaf Höhne und Rainer Finke

Inhaltliche Beschreibung

Intersexualität, also die genitale Uneindeutigkeit oder Mehrdeutigkeit, ist keine medizinische Diagnose per se, sondern eine zusammenfassende Bezeichnung für sehr unterschiedliche klinische Phänomene mit vielfältigen biologischen Ursachen.

Im dem vorliegenden Buch werden die mit der Intersexualität im Kindesalter einhergehenden Fragen und Probleme von kompetenten Vertretern verschiedener Fachdisziplinen dargestellt. Verschiedene Beiträge zur Anatomie, zur Geschlechtsidentität, zu psychologischen, rechtlichen, ethnologischen sowie diagnostischen und chirurgischen Schwerpunkten versuchen eine Antwort auf die mit der Intersexualität im Kindesalter einhergehenden Fragen zu geben. Darüber hinaus berichten Betroffene über ihre sehr unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen.

ISBN 978-3-89599-927-7

Rezension

Auf den ersten Blick ein sehr interessantes und medizinisches Buch auf dem neuesten Stand der Wissenschaft (erschienen Juli 2008). Obwohl auf dem neuesten Stand, vermittelt das Buch das Denken und Argumentieren der Ärzte als frei interpretierbar; man erstellt seine Studien so, wie sie gerade benötigt werden.

Dieses Buch bietet vom „Behandlungsstandart“ nichts neues, vielmehr wurden die Theorien Money`s upgedatet und weiter fortgeführt! Das Buch vermittelt eine grusseligen Blick in die Diagnosefindung und die Operationstechniken.

Auch wenn dieses Buch den Titel „Intersexualität bei Kindern“ trägt, können die Autoren es nicht lassen, einen kleinen Abstecher zu geschlechtsangleichenden Operationsmethoden bei Transsexuellen unterzubringen – ein anschließender Hinweis, das Transsexualität und Intersexualität unterschiedlichen Sachverhalten zugrunde liegt, macht es auch nicht besser.

Da dieses Buch die Money-Theorien weiterführt und nichts neues enthält – zumal noch recht teuer ist – ist es nur bedingt empfehlenswert.

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Zuletzt aktualisiert: 18. Nov, 22:09