Samstag, 13. Februar 2010

Kitty dreht am Rad

Die Leutchen die mich kennen wissen ja, dass ich so den einen oder anderen Hau habe.

Aber das, was ich nun vor habe, könnte man schon als einen an der Klatsche bezeichnen.

Angestachelt durch die Meisterin bin ich auf die Idee gebracht worden, mal eben auf ein Konzert in der Nähe von Göteborg zu reisen. Eintrittskarte – Check, Flug – Check, Mietwagen – Check, Unterkunft – Check.

Das nennt man wohl einen echten Fan!

Freitag, 12. Februar 2010

Selbsttherapie

Musik war und ist schon immer sehr wichtig für mich gewesen – sie beruhigt mich und lässt mich mehr Ich sein.

Vor Jahren spielte ich aktiv in einer Band und das waren jeweils die geilsten Stunden der ganzen Woche. Ich konnte abschalten, entspannen und war plötzlich ein Mensch ohne Probleme. Ich hatte mein Instrument im Griff und musste mich nicht erste beweisen. Es war ein Gefühl purer Freiheit.

Doch mit Beginn meiner Ausbildung gelangte mein Hobby immer mehr in Vergessenheit – die letzten Jahre beschränkte ich mich auf das Sammeln kleiner Gitarrenpins. Aber der Wunsch mal wieder aktiv in die Saiten greifen zu können, war immer da und die letzten Monate verstärkt spürbar. Musik hat mir immer geholfen, wenn es mir nicht gut ging und so hätte ich letztes WE am liebsten auch wieder mal die Saiten erklingen lassen. Doch in Ermangelung eines Instrumentes musste meine Selbsttherapie ausfallen.

Nach dem zweiten Glas Roten kam ich gestern auf den Gedanken, ich könnte ja mal im Web stöbern gehen. Man sollte mich in solch einem Zustand wirklich nicht alleine auf das Web los lassen. Ich bekam natürlich sofort glänzende Augen und es war um mich gesehen. Die Wahl fiel auf eine wunderschöne akustische Konzertgitarre und auf eine Gibson SG in Flamed Blue-Design. Natürlich ein Nachbau – denn ein Original könnte ich mir nie und nimmer leisten.

Nun wartet Musik-Kitty schon ganz gespannt auf den Postboten.

Freitag, 5. Februar 2010

Deep black hole

Momentan habe ich das Gefühl im freien Fall zu sein. Heute Mittag ohne jeden Grund überfiel mich dieses Gefühlschaos und seither kreiseln meine Gedanken wie in einem Tornado.

Wieso, weshalb, warum?

Ist es denn eigentlich zuviel verlangt? Ich möchte doch nur ganz ungestört lieben und leben – was habe ich getan?

Donnerstag, 14. Januar 2010

Glückskeks 1. Januar 2010

Überreicht - geöffnet - verspeist - gelesen - gewundert!!!

Auf dem kleinen Zettelchen stand:

It is good to see your commitment to others.

Schön, dass Sie sich so mutig für andere einsetzen.


Hum das Sprüchlein passt irgendwie zu mir.

Donnerstag, 26. November 2009

Packen – fahren – herzen

Was lange währt wird endlich gut. Vor bestimmt zwei Jahren habe ich einen Besuch versprochen – letztes Jahr wäre es fast soweit gewesen. Doch in letzter Sekunde kam dann doch etwas dazwischen.

Nun noch die sieben Sachen packen – das Ticket nicht vergessen – morgen noch mal kurz auf der Arbeit vorbeischauen – Frau M. einpacken und ab geht es.

Ich freu mich riesig, das wird ganz bestimmt ein aufregendes Wochenende werden.

Vorsätzlicher Mord

Die Tage war ich mit Kollegen unterwegs und bestellte mir einen Cocktail.

Völligst geschockt und meuternd nahm ich meinen Cocktail in Empfang. Die Bedienung schaute mich ganz verdutzt an, als ich loszeterte, wie man nur ein so liebreizendes Geschöpft töten könnte.

Diese Lokalität besaß doch die Frechheit, den Cocktail mit einer Blüte einer Orchidee zu krönen – und das mir als Orchideenmami.

Heul!!!

Heute habe ich mir im Discounter einige neue Exemplare für das Büro gekauft – meine Kollegin hat den Wettstreit mit mir bereits aufgegeben. Ihre Seite welk und schmucklos meine ein buntes Blütenmeer.


Seltsam, seltsam, das Finanzamt schreibt mich als Herrn Kitty an?!?!

Mittwoch, 25. November 2009

Das dritte Geschlecht im TV

Einmal mehr ist heute Abend in Stern TV ein Beitrag zum dritten Geschlecht geplant.

Zu Gast soll Erik Schinegger sein - böse Erinnerungen an 2006 werden wach; auch der Titel des Beitrags "Männlich oder weiblich? - Leben mit zweifelhaftem Geschlecht" lässt nichts Gutes ahnen.

Als ob über Caster Semenya seit der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin am 18. August 2009 noch nicht genug berichtet wurde, wird dieses Thema heute erneut zur Sprache kommen.

Kontrollverlust

Ein schrecklicher Albtraum riss mich heute Morgen unsanft aus dem Reich der Träume. Er ist Beweis dafür, das ich momentan definitiv überarbeitet bin.

Ich träumte, das ich mein kleines Arbeitsreich beim betreten völlig leer vorfand. Im Traum fragte ich meine Kollegin, die wie üblich von nichts wusste. Das nächste Opfer war der Hausmeister, der mir einen klitzekleinen Teil meines Reiches in den Katakomben zeigen konnte, doch die rechtlichen 99,9 % fehlten spurlos. Auch eine Nachfrage bei meinem kleinen Chef brachte kein Licht ins Dunkel. Dann wachte ich auf – schrecklich.

Eine Runde Pfötchenschütteln beim Bigboss ließ mich heute Rapport über die Arbeit bei ihm ablegen. Ich erklärte ihm, das wir momentan ziemlich am kämpfen sind mit der neuen Aufgabe. Ein kleiner Seitenhieb seinerseits, das hätten unsere Vorgängerinnen mal eben nebenbei erledigt, hätte er sich sparen können. Zumindest hätte er bisher keinerlei Klagen gehört und das wäre doch schon mal etwas. Na ja eine kleine Klage hatte er dann doch noch – wofür ich mich allerdings nicht zuständig fühle und ihm das auch sagte. Er war natürlich der Meinung, dass wir Sehrwohl dafür zuständig wären. Egal, ich klagte mein Leid über die unzähligen Mails und Telefonate und das wir ziemlich ins schleudern kommen und das eigentliche Tagewerk darunter leiden müsste.

Aber was mich heute sichtlich freute, war, dass meine Kollegin endlich die Dimensionen dieser neuen Aufgabe verinnerlichte. Auch sieht sie endlich die Wichtigkeit der Genauigkeit ihrer Arbeit und ist sich über die Bedeutungen klar. Sie lässt seit Tagen eigentlich keinen Moment aus, um mir brühwarm zu erzählen, was sie alles bereits vor meinem Erscheinen erledigt hätte – das wäre ja bereits so viel gewesen und sie wäre schon völlig erledigt.

Endlich kam mein Kommentar, dass ich dies den gesamten Oktober alleine gestemmt hätte, bei ihr an. Sie hat es aber auch nicht einfach mit mir, schließlich bin ich ein Kontrollzwerg und überdies noch penibel genau – was ihr bisher ziemlich gestunken hat. Nun aber erkennt sie, warum es wichtig ist, Dinge genau und sauber zu verarbeiten.

Mittwoch, 18. November 2009

Farce

Langsam aber sicher sollte das Universitätsklinikum auch zu der Kenntnis gelangen, das ich mich nicht mehr verarschen lasse. Vorbei ist sind die Zeiten, wo man mit mir machen konnte, was man wollte und ich brav und artig gekuscht habe.

Mit Schreiben vom Anfang September hatte man mir eine wischiwaschi in der Regel Aufbewahrungsfrist von 30 Jahren genannt. Die Antwort auf meine Nachfrage ließ lange auf sich warten. Gestern brachte ich eine Erinnerung auf den Weg und abends lag die Antwort im Briefkasten – toll die 4,75 Euro hätte ich mir auch sparen können. Doch damit war es noch nicht getan, die Antwort in diesem Schreiben klang dann mal wieder so ganz anders als Anfang September; nunmehr beträgt die Aufbewahrungsfrist nur noch 10 Jahre.

Ja spinn ich denn jetzt oder drück ich mich so missverständlich aus? Mit einer Nacht Abstand habe ich heute gleich nachgesetzt, ich will Antworten und nicht so ein scheiß Gelaber. Meine Kampfeslust ist neu geweckt und wenn es im Guten nicht geht, dann eben mit Gewalt.


Heute habe ich übrigens einige meiner Hormonwerte von Anfang des Monats erfahren; eigentlich hätte ich die Werte ja bereits vor über einer Woche erfahren sollen – doch da hat das mit dem Telefongespräch irgendwie nicht hingehauen. Ständig war besetzt oder der Dok. ist nicht ans Telefon gegangen. Aber heute war ich dann dafür umso mehr überrascht, als ich ihn in der Leitung hatte. Ok er war im Stress und ziemlich unorganisiert, aber einen Teil meiner Werte konnte ich erfragen.

Ich sag mal so, nun darf ich mich offiziell einen Testotiger nennen. Und der schärft gerade seine Krallen und macht sich zum Angriff bereit.

Mittwoch, 11. November 2009

Zeitsprung 11. November 2004 21:24 und 16 Sekunden

Heute genau vor fünf Jahren habe ich meine erste Mail an einen mir bis dato völlig unbekannten intersexuellen Menschen geschrieben und angefangen mein Leben zu ordnen. Nicht ganz ein halbes Jahr später folgte dann mein erster persönlicher Kontakt zu einem anderen intersexuellen Menschen in der großen Stadt. Diesen beiden Menschen habe ich sehr viel zu verdanken und sie haben mir stets mit Rat und Kraft zur Seite gestanden.

Ich finde, es ist an der Zeit, ein großes Danke zu sagen.

Danke

und Danke an all die anderen lieben Menschen.

Wäre das Feingefühl von Frau S. seinerzeit nicht gewesen, hätte es keine weiteren Mails oder gar persönliche Treffen mit Frau G. gegeben. Diese Zeit hat mich sehr geprägt und mir gezeigt, ich bin wer. Vorbei sind seither Lügen, Angst und Unwissenheit – mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Menschen, die mir unendlich viel bedeuten. Ich hätte nicht zu träumen gewagt, irgendwann in meinem Leben, mit meiner Intersexualität so gut umgehen zu können. Es kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen; doch es ist bereits fünf Jahre her. Aber eines ist ganz klar, ohne diese Menschen wäre ich heute definitiv nicht soweit.

Diese sehr intensiven Gefühle und oft auch Gefühlschaos in den Anfängen meines Kontaktes zu den XY-Frauen habe ich mir bewahrt und versuche heute selbst einwenig davon weiterzugeben.

So und nun wende ich mich einem - speziell für diesen Anlass georderten - edlen Tropfen zu.

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Zuletzt aktualisiert: 24. Mai, 20:36

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