Was lange währt wird endlich gut. Vor bestimmt zwei Jahren habe ich einen Besuch versprochen – letztes Jahr wäre es fast soweit gewesen. Doch in letzter Sekunde kam dann doch etwas dazwischen.
Nun noch die sieben Sachen packen – das Ticket nicht vergessen – morgen noch mal kurz auf der Arbeit vorbeischauen – Frau M. einpacken und ab geht es.
Ich freu mich riesig, das wird ganz bestimmt ein aufregendes Wochenende werden.
Kitty-xy - 26. Nov, 22:24 - in Kategorie:
Zwidri
Die Tage war ich mit Kollegen unterwegs und bestellte mir einen Cocktail.
Völligst geschockt und meuternd nahm ich meinen Cocktail in Empfang. Die Bedienung schaute mich ganz verdutzt an, als ich loszeterte, wie man nur ein so liebreizendes Geschöpft töten könnte.
Diese Lokalität besaß doch die Frechheit, den Cocktail mit einer Blüte einer Orchidee zu krönen – und das mir als Orchideenmami.
Heul!!!
Heute habe ich mir im Discounter einige neue Exemplare für das Büro gekauft – meine Kollegin hat den Wettstreit mit mir bereits aufgegeben. Ihre Seite welk und schmucklos meine ein buntes Blütenmeer.
Seltsam, seltsam, das Finanzamt schreibt mich als Herrn Kitty an?!?!
Kitty-xy - 26. Nov, 19:41 - in Kategorie:
Zwidri
Einmal mehr ist heute Abend in
Stern TV ein Beitrag zum dritten Geschlecht geplant.
Zu Gast soll Erik Schinegger sein - böse Erinnerungen an 2006 werden wach; auch der Titel des Beitrags "Männlich oder weiblich? - Leben mit zweifelhaftem Geschlecht" lässt nichts Gutes ahnen.
Als ob über Caster Semenya seit der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin am 18. August 2009 noch nicht genug berichtet wurde, wird dieses Thema heute erneut zur Sprache kommen.
Kitty-xy - 25. Nov, 20:10 - in Kategorie:
IS-Audio Video
Ein schrecklicher Albtraum riss mich heute Morgen unsanft aus dem Reich der Träume. Er ist Beweis dafür, das ich momentan definitiv überarbeitet bin.
Ich träumte, das ich mein kleines Arbeitsreich beim betreten völlig leer vorfand. Im Traum fragte ich meine Kollegin, die wie üblich von nichts wusste. Das nächste Opfer war der Hausmeister, der mir einen klitzekleinen Teil meines Reiches in den Katakomben zeigen konnte, doch die rechtlichen 99,9 % fehlten spurlos. Auch eine Nachfrage bei meinem kleinen Chef brachte kein Licht ins Dunkel. Dann wachte ich auf – schrecklich.
Eine Runde Pfötchenschütteln beim Bigboss ließ mich heute Rapport über die Arbeit bei ihm ablegen. Ich erklärte ihm, das wir momentan ziemlich am kämpfen sind mit der neuen Aufgabe. Ein kleiner Seitenhieb seinerseits, das hätten unsere Vorgängerinnen mal eben nebenbei erledigt, hätte er sich sparen können. Zumindest hätte er bisher keinerlei Klagen gehört und das wäre doch schon mal etwas. Na ja eine kleine Klage hatte er dann doch noch – wofür ich mich allerdings nicht zuständig fühle und ihm das auch sagte. Er war natürlich der Meinung, dass wir Sehrwohl dafür zuständig wären. Egal, ich klagte mein Leid über die unzähligen Mails und Telefonate und das wir ziemlich ins schleudern kommen und das eigentliche Tagewerk darunter leiden müsste.
Aber was mich heute sichtlich freute, war, dass meine Kollegin endlich die Dimensionen dieser neuen Aufgabe verinnerlichte. Auch sieht sie endlich die Wichtigkeit der Genauigkeit ihrer Arbeit und ist sich über die Bedeutungen klar. Sie lässt seit Tagen eigentlich keinen Moment aus, um mir brühwarm zu erzählen, was sie alles bereits vor meinem Erscheinen erledigt hätte – das wäre ja bereits so viel gewesen und sie wäre schon völlig erledigt.
Endlich kam mein Kommentar, dass ich dies den gesamten Oktober alleine gestemmt hätte, bei ihr an. Sie hat es aber auch nicht einfach mit mir, schließlich bin ich ein Kontrollzwerg und überdies noch penibel genau – was ihr bisher ziemlich gestunken hat. Nun aber erkennt sie, warum es wichtig ist, Dinge genau und sauber zu verarbeiten.
Kitty-xy - 25. Nov, 19:56 - in Kategorie:
Kittys Alltag
Langsam aber sicher sollte das Universitätsklinikum auch zu der Kenntnis gelangen, das ich mich nicht mehr verarschen lasse. Vorbei ist sind die Zeiten, wo man mit mir machen konnte, was man wollte und ich brav und artig gekuscht habe.
Mit Schreiben vom
Anfang September hatte man mir eine wischiwaschi in der Regel Aufbewahrungsfrist von 30 Jahren genannt. Die Antwort auf meine Nachfrage ließ lange auf sich warten. Gestern brachte ich eine Erinnerung auf den Weg und abends lag die Antwort im Briefkasten – toll die 4,75 Euro hätte ich mir auch sparen können. Doch damit war es noch nicht getan, die Antwort in diesem Schreiben klang dann mal wieder so ganz anders als Anfang September; nunmehr beträgt die Aufbewahrungsfrist nur noch 10 Jahre.
Ja spinn ich denn jetzt oder drück ich mich so missverständlich aus? Mit einer Nacht Abstand habe ich heute gleich nachgesetzt, ich will Antworten und nicht so ein scheiß Gelaber. Meine Kampfeslust ist neu geweckt und wenn es im Guten nicht geht, dann eben mit Gewalt.
Heute habe ich übrigens einige meiner Hormonwerte von Anfang des Monats erfahren; eigentlich hätte ich die Werte ja bereits vor über einer Woche erfahren sollen – doch da hat das mit dem Telefongespräch irgendwie nicht hingehauen. Ständig war besetzt oder der Dok. ist nicht ans Telefon gegangen. Aber heute war ich dann dafür umso mehr überrascht, als ich ihn in der Leitung hatte. Ok er war im Stress und ziemlich unorganisiert, aber einen Teil meiner Werte konnte ich erfragen.
Ich sag mal so, nun darf ich mich offiziell einen Testotiger nennen. Und der schärft gerade seine Krallen und macht sich zum Angriff bereit.
Kitty-xy - 18. Nov, 22:05 - in Kategorie:
Zwidri
Heute genau vor fünf Jahren habe ich meine erste Mail an einen mir bis dato völlig unbekannten intersexuellen Menschen geschrieben und angefangen mein Leben zu ordnen. Nicht ganz ein halbes Jahr später folgte dann mein erster persönlicher Kontakt zu einem anderen intersexuellen Menschen in der großen Stadt. Diesen beiden Menschen habe ich sehr viel zu verdanken und sie haben mir stets mit Rat und Kraft zur Seite gestanden.
Ich finde, es ist an der Zeit, ein großes Danke zu sagen.
Danke
und Danke an all die anderen lieben Menschen.
Wäre das Feingefühl von Frau S. seinerzeit nicht gewesen, hätte es keine weiteren Mails oder gar persönliche Treffen mit Frau G. gegeben. Diese Zeit hat mich sehr geprägt und mir gezeigt, ich bin wer. Vorbei sind seither Lügen, Angst und Unwissenheit – mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Menschen, die mir unendlich viel bedeuten. Ich hätte nicht zu träumen gewagt, irgendwann in meinem Leben, mit meiner Intersexualität so gut umgehen zu können. Es kommt mir vor, als wäre es erst gestern gewesen; doch es ist bereits fünf Jahre her. Aber eines ist ganz klar, ohne diese Menschen wäre ich heute definitiv nicht soweit.
Diese sehr intensiven Gefühle und oft auch Gefühlschaos in den Anfängen meines Kontaktes zu den XY-Frauen habe ich mir bewahrt und versuche heute selbst einwenig davon weiterzugeben.
So und nun wende ich mich einem - speziell für diesen Anlass georderten - edlen Tropfen zu.
Kitty-xy - 11. Nov, 21:24 - in Kategorie:
Zwidri
Momentan bin ich einfach nur platt, auf der Arbeit ist die Hölle los und es kann immer noch schlimmer werden. Zum anderen habe ich das Gefühl das ich kränkle und das Wochenende einfach dazu brauche, mich von der Woche zu erholen.
Der freie Tag am Montag für die Schulung war auf der Arbeit auch noch so ein Thema – es ging doch einigen gegen den Strich, das man das Büro so einfach mal nicht besetzt. Ich durfte mir noch einige böse Worte von Kolleg(inn)en anhören, dass das ja wohl eine bodenlose Frechheit wäre in der momentanen Arbeitssituation.
Also alles beim alten und nichts Neues.
Aber es gibt auch positives zu vermelden, ich hatte diese Woche ja einen Termin beim Endokrinologen. Nachdem ich zwei Stunden warten durfte, hat der Doktor sich doch sehr viel Zeit für mich genommen und ich verließ die Praxis mit einem druckfrischen Kassenrezept mit Testo auf meinen Namen. Damit hätte ich nie im Leben gerechnet, ich dachte es würde ein Kampf werden überhaupt an ein solches Rezept zu gelangen. Nun bin ich schon ganz gespannt auf die Ergebnisse der Hormonanalyse und die nächste Knochendichtemessung ist auch schon unter Dach und Fach.
Hat mich wirklich positiv überrascht der Herr.
Kitty-xy - 1. Nov, 17:44 - in Kategorie:
Zwidri
Heute Morgen beim Einkauf sah ich dieses liebreizende Geschöpf und es bettelte mich förmlich an, nimm mich mit. Und wenn Kitty denn schon so lieb gebeten wird, kann ich einfach nicht widerstehen.
Und so eine kleine Freude nach dieser Woche sollte doch wohl auch drin sein. Also hat meine Fensterbank nun zuwuchs bekommen. Bei genauerer Betrachtung meiner Sammlung kann ich schon seit einigen Wochen feststellen, das sich die Kleinen sauwohl bei mir fühlen, denn sie treiben samt und sonders alle neu.
Ich mag lieber gar nicht daran denken, welch Blütenpracht mir in einigen Wochen von meiner Fensterbank entgegenstrahlt. Das ist wie Weihnachten und Geburtstag auf einmal – ich kann es kaum noch erwarten.

Kitty-xy - 24. Okt, 13:38 - in Kategorie:
Kittys Alltag
Rein zufällig traf ich meinen Chef am Nachmittag und ich nutzte die Gelegenheit mich persönlich für die Großzügigkeit zu bedanken, das ich nun doch den geplanten Urlaubstag kommenden Montag nehmen darf und somit ein Tag die Arbeit liegen bleibt. Das Gespräch zeigte mir mal wieder, das der Herr rein gar nichts versteht. Er ist Meister darin, mit vielen Worten möglichst wenig zu sagen. Er schwafelte und schwafelte und dann stellte sich heraus, das er der Meinung war, ich würde für längere Zeit in Urlaub gehen. Es ist ja nicht so, das er vorgestern den Antrag höchstpersönlich unterzeichnet hat. Also klärte ich ihn nochmals darüber auf, das es sich lediglich um einen Tag Urlaub handelt, an dem ich an einer privaten Schulung teilnehme. Er quittierte meine Aussage damit, dass das schon in Ordnung gehen würde, denn sonst müsste die Firma die „nicht unerheblichen“ Kosten (O-Ton Chef) der Schulung übernehmen.
Mit fragendem Blick schaute er mich an und hätte am liebsten gefragt, was das für eine mysteriöse Schulung ist, die dann auch gleich noch „so“ teuer ist und ich privat besuche.
Ich habe was ich will und mein Chef muss auch nicht alles wissen.
Kitty-xy - 21. Okt, 19:55 - in Kategorie:
Kittys Alltag
Montag
Meine Kollegin ist aus ihrem Urlaub zurück und verteilt großzügig ihre Krankheitsbazillen.
Dienstag
Die Nacht habe ich kaum Schlaf gefunden – keine Ahnung was mal wieder der Grund dafür war. Als ich dann doch endlich mal ins Reich der Träume entglitten bin, riss mich meine Kollegin um 5.55 h aus dem Schlaf und eine krächzende Stimme verkündete mir, das sie krank sei. OK also nach durchwachter Nacht auch noch früh auf Arbeit erscheinen!!!!
Ich dachte mir, mein Chef hat die letzten zwei Wochen meine Pünktlichkeit nicht zur Kenntnis genommen, warum sollte er es ausgerechnet heute tun. Ich blieb also noch einwenig liegen und schlief noch eine Runde. Natürlich hat mein Chef auch diesmal nichts mitbekommen und so verlief mein Tag eigentlich – bis auf einige Ausnahmen - ganz ruhig.
Mein Handy klingelte und das Endo-Centrum war dran, Frau Kitty wir müssen den Termin diese Woche verschieben. Na gut, wenn der Dok krank ist, geht es eben nicht anders; was soll ich mich aufregen, ob nun diese oder nächste Woche – ist nun auch egal. Mein kostbares Blut kann ich auch nächste Woche noch abliefern, wenn ich mich da mal nicht irrte.
Abends hatte ich dann meine nächste Sitzung beim Zahndoktore. So langsam bekomme ich das Gefühl, die verarschen die Leute dort nur. Nun müsste ich noch dringend Dies und Das machen lassen und ich sehe schon die große Rechnung auf mich zukommen. Eigentlich sollten die mir doch nur einen Zahn reparieren. Nun geht es in zwei Wochen weiter und ich hoffe, das ich dann das gröbste hinter mir habe.
Wieder zuhause in meiner Wohnbox überfiel mich der Hunger und beim aufschneiden eines Brötchen machte ich mal wieder Bekanntschaft mit dem verdammten Messer. Wie doof kann man eigentlich sein, diese Erfahrung habe ich bereits drei oder viermal gemacht – dieses Messer ist verdammt scharf. Aber so gekonnt wie gestern habe ich es bisher noch nie hinbekommen – soviel zum Thema Blutspende. Aber das passte so richtig zu meinem verkorksten Tag.
Mittwoch
Heute morgen im Büro dann die nächste Hiobsbotschaft, meine Kollegin ist bis nächsten Dienstag krankgeschrieben. NA KLASSE!!!
Ich habe am Montag eine Schulung und die kann ich nicht absagen – der Urlaub ist bereits genehmigt. Ich also wie ein reuiger Köter mit eingezogenem Schwanz hoch zum kleinen Cheffe und ihm die Sachlage erklärt; er wollte sich mit dem großen Chef besprechen. Banges warten und mein Hals schwoll immer mehr und mehr. Das hatte aber seinen Grund in dem Telefonat mit meiner Kollegin, sie hielt mir nämlich vor, ich hätte ihr sagen müssen, das ich nächsten Montag eine Schulung habe.
Ich legte ihr am Montag meinen Urlaubsantrag für nächsten Montag vor und denke nicht, das ich verpflichtet bin, ihr zu erzählen, was ich in meinem Urlaub oder meiner Freizeit so treibe. Ihren bescheuerten Spruch, ob Sie Mir nun den Kopf abreißen solle (eigentlich sollte es andersrum sein), schiebe ich nun mal auf ihren Fieberwahn.
Donnerstag / Freitag
Ich werde sehen, eigentlich kann es ja nur besser werden. Jedenfalls werde ich mein wundes Pfötchen einwenig schonen und pflegen müssen.
Und dann freue ich mich auf das Wochenende.
Kitty-xy - 21. Okt, 19:33 - in Kategorie:
Kittys Alltag
Vor zwei Wochen habe ich mir den Film Wüstenblume mit Grobi im Kino angesehen. In die Thematik hatte ich mich bisher nur kurz eingelesen, wusste so in etwa, was auf mich zukommen würde. Doch als ich dann den Film sah, wurde mir bewusst, da steckt viel mehr hinter dem Thema. Ich war noch nie in einem Film, in dem die Zuschauer nach dem Ende einfach sitzen blieben, um das Thema sacken zu lassen.
Die Grausamkeit der Kultur der Beschneidung an afrikanischen Mädchen hat mich hart getroffen. An einigen Stellen des Films entdeckte ich Parallelen zu meinem Leben, finde aber auch, das FGM und IS zwei verwandte Themen sind. Sicherlich gibt es Überschneidungen in den Thematiken, sie lassen sich - ob der Grausamkeit – für mich nicht wirklich vergleichen.
Mittlerweile habe ich das Buch zum Film gelesen und mir wurde prophezeit, dass man es nicht mehr aus der Hand legt. So war es auch bei mir, ich wollte und konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Doch an einigen Stellen musste ich das Buch zur Seite legen und durchatmen. Einige Passagen in diesem Buch sind so realistisch beschrieben, das es einem die Tränen in die Augen treibt.
Ich bewundere Waris Desirie für ihren Mut, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen und hoffe, dass ihr Schicksal nie wieder einem Mädchen wiederfährt.
Kitty-xy - 17. Okt, 21:16 - in Kategorie:
Kittys Leseecke