Zwidri
Wer Offenheit säht, wird Offenheit ernten - so geschehen erst gestern Abend wieder. Diese Erfahrungen habe ich nun schon diverse Mal gemacht, wenn ich Menschen von meiner Intersexualität erzähle.
Ich traf mich gestern mit zwei Kolleginnen zu einem gemütlichen Abend und Frau R. wusste von meiner IS und Frau M. hatte ich es bis dato noch nicht erzählt. Irgendwann frage ich Frau R. in Abwesenheit von Frau M., wie ihr die neuesten TV-Berichte gefallen hätten. Frau M. kam wieder dazu und fragte natürlich, um welche TV-Berichte es sich handeln würde. Sollte ich lügen?, nein diese Zeiten sind vorbei, also erzählte ich ihr, um was es in den Berichten ging. Fragende Blicke und die zaghafte Frage von Frau M. – sind das nicht Menschen, die zwischen den Geschlechtern geboren wurden?
So kamen wir ins Gespräch und nun weis sie von meiner Besonderheit – und ich weis, mein Geheimnis ist bei ihr in guten Händen. Sie ist selbst Mutter einer schwerst behinderten Tochter und macht gerade eine schwere Zeit durch. Sie ist sehr offen und erzählt uns, wenn sie einmal im Monat nach Berlin zum arbeiten kommt, von ihrer Tochter. Nun versteht sie die eine oder andere Aussage in der Vergangenheit von mir auch besser.
Kitty-xy - 10. Apr, 18:49 - in Kategorie:
Zwidri
Mei was habe ich mich auf das vergangene Wochenende im Kreise meiner Liebsten gefreut, aber in letzter Sekunde erwischten mich die Bazillen und machten mir das Leben schwer. Dazu kam auch noch der doofe Streik der BVG`ler, so das wir größtenteils zu Fuß marschieren durften.
Bewaffnet mit meiner Handapotheke hatte ich mir fest vorgenommen, mir dieses Wochenende nicht verderben zu lassen. Gesagt – getan – und schon waren wir auf dem Weg zum Flughafen, wo die Liebsten wie an der Perlenschnur gezogen nacheinander eintrafen. Nach einer zünftigen Begrüßung ging es dann doch lieber mit der Taxe zurück, denn die einzige in Berlin noch fahrende Buslinie war chronisch überfüllt. In meiner Wohnbox angekommen, gab es erst mal einwenig Sektchen zur Begrüßung und die Gaudi nahm ihren Anfang. Ja eigentlich blieb die gute Stimmung bis zuletzt erhalten und wurde nur durch leichte kränkelnde Ausfallerscheinungen getrübt.
Eigentlich kann und will ich über dieses geile Wochenende gar nicht so viel schreiben, weil ich nun erstmal meinen kränkelnden Körper hegen und pflegen möchte und momentan fürchterlich traurig darüber bin, das dieses Wochenende schon wieder vorüber ist. Aber zwei Dinge möchte ich noch loswerden, nämlich, das es in einigen Regionen der Welt das Bier um Vier gibt und ich habe gelernt, was ein Sekundar-Vegetarier ist.
Kurzum wir hatten eine supertolle lockere Zeit und ICH VERMISSE EUCH.
Kitty-xy - 17. Mär, 20:18 - in Kategorie:
Zwidri
In den vergangen Tagen stellten sich zwei meiner Geschlechtsgenossen vor die Kamera und standen einem Reporterteam Rede und Antwort. Ich bewundere ihren Mut – das würde ich mich sicherlich nicht getrauen.
Gestern leisteten Grobi und ich Buckbeak moralische Unterstützung und begleiteten sie auf ihrem Weg mit dem Reporterteam durch die Stadt. Ich bin wirklich gespannt, wie die Interviews dann im TV rüber kommen.
Der ca. 6-minütige Beitrag wird am Donnerst 13.03.2008 bei der ARD um 23.45 h in der Sendung
Polylux ausgestrahlt.
Kitty-xy - 10. Mär, 20:59 - in Kategorie:
Zwidri
Wie ich gerade im
GenderFreeNation-Blog gelesen habe, hat Christiane Völling den Prozess gewonnen. Es bewegt sich was im Staate Deutschland – endlich wurde klargestellt, das die geschlechtszuweisenden Operationen an Kleinkindern und nicht aufgeklärten Intersexuellen Menschen rechtswidrig ist.
Ich schließe mich den Glückwünschen für Christiane an. Kleiner Wehrmutstropfen, der Arzt könnte in Berufung gehen.
Wenn das kein Grund ist, ein Fläschen zu entkorken.
Kitty-xy - 6. Feb, 20:07 - in Kategorie:
Zwidri
Heute wird der Prozess am Landgericht Köln Völling gegen Lent um 08.30 Uhr fortgesetzt.
Auch diesmal wird es wieder eine Demonstration von dem Landgericht geben für die extra ein neuer
Demo-Flyer entworfen wurde.
Landgericht Köln
Luxemburger-Str. 101
50939 Köln
Kitty-xy - 6. Feb, 06:00 - in Kategorie:
Zwidri
Irgendwie war das heute ein seltsamer Tag. Viel zu früh musste ich heute aus den Federn, da eine Besprechung anberaumt wurde und ich quer durch Berlin fahren musste. Die Besprechung war kurz und schmerzlos und anschließend durfte ich noch einen Blick in die Katakomben der Firma werfen. Dort lagern Unterlagen die bereits weit über 100 Jahre alt sind – das Älteste, was ich entdeckte, stammte aus dem Jahre 1881. Sehr interessant und eigentlich wäre dieses Thema ein eigener Beitrag wert – na vielleicht irgendwann mal.
Die Strafe für meine morgendliche Abwesenheit kam dann heute Mittag, Arbeit ohne Ende und ständig zerrte jemand anderes an mir und wollte bevorzugt behandelt werden. Zwischendurch gab die zeitweise Kollegin von nebenan noch einen Umtrunk aus und irgendwie, ich weis auch nicht wie, sind meine Kolleginnen beim Thema Wechseljahre angelangt. Ich sag`s mal so, von der Hypophyse haben die beiden jedenfalls noch nichts gehört und auch die aufgezählten Hormone waren böhmische Dörfer für die Beiden - die Augen würden größer und größer, während ich über den Regelkreislauf der Hormone referierte.
Seit Tagen schiebe ich den Gang zum Hausarzt vor mir her, ich brauche eine neue Überweisung um meine Hormönchen ordern zu können. Ein Kollege schwärmte mir von seiner Ärztin vor und so beschloss ich mal bei ihr vorbei zu schauen. Nach der Pleite mit dem letzten Dok. hatte ich mir geschworen, der hat mich zum letzten Mal gesehen. Also betrat ich die Praxis und orderte eine Überweisung zum Gyn. Die wirklich nette Sprechstundenhilfe war zwar mit dem PC sichtlich überfordert, aber dafür super freundlich. Sie reichte mir die Überweisung und bat mich kurz mit der Ärztin zu sprechen und mir die Unterschrift zu holen. Ich dachte mir schon, nun geht das Theater schon wieder los – doch ich wurde wirklich positiv überrascht.
Nach einem kurzen Gespräch fragte sie mich, ob ich die Überweisung für die Pille benötigen würde und wahrheitsgemäß sagte ich Nein für eine Hormonersatztherapie. Darauf fragte sie mich, ob ich zuwenig eigene Hormone hätte? Als ich sie dann fragte, ob sie schon mal etwas von Intersexualität gehört hätte, sagte sie sofort ja. Sie erzählte mir gleich, dass es in Berlin auch spezialisierte Ärzte geben würde – ich hatte ihr ja erzählt, dass meine derzeitige Ärztin in der Heimat ist. Sie machte sich noch einige Notizen und dann fragte ich sie ganz unverblümt, ob sie mir nicht beim nächsten Besuch das benötigte Rezept ausstellen könnte. Und sieh da, das würde sie in der Tat machen, sie bräuchte lediglich eine Übersicht über die bisherige Behandlung – na wenn das alles ist, ich habe doch ein Ärzteschreiben meiner Ärztin aus der Heimat. Geht es denn noch besser, Hormönchen verschieben vom Hausarzt.
Mit dem Sieg über den inneren Schweinehund endlich zum Dok. gegangen zu sein und um eine Erfahrung reicher machte ich mich auf zum Stammtisch. In gemütlicher Runde saßen wir zu viert und plauderten was das Zeug hielt – genug Themen gab/gibt es zurzeit Weisgott.
Kitty-xy - 17. Jan, 23:56 - in Kategorie:
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Ein Paar Schuhe bestehen gewöhnlich aus einem linken und einem rechten Schuh. Das ist nun mal so und wird sich so schnell auch nicht ändern. Ein rechter Fuß wird auch so schnell nicht in einen linken Schuh passen, da kann er sich noch so sehr anstrengen.
Doch genau das passiert momentan anderorts. Man versucht den linken in den rechten zu stecken bzw. den rechten in den linken. Da ist es wohl überhaupt nicht verwunderlich, dass das Laufen ungemein schwer fällt. Es hilft auch nichts, dem Schuh ein neues Gewand zu geben und ihn in Filzpantoffeln zu stecken.
Es bleibt wie es ist, der linke wird immer ein linker Schuh bleiben und der rechte immer ein rechter Schuh. Die Gemeinsamkeit ist, das sie beide angezogen werden und den Besitzer auf Schritt und Tritt begleiten.
Kitty-xy - 13. Jan, 16:02 - in Kategorie:
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Seitdem ich einigen Firmen meine vorübergehend neue Adresse mitgeteilt habe, bekomme ich ständig irgendwelche Kataloge für Bürobedarf zugeschickt. Irgend so ein Dussel muss meine Adresse verkauft haben – und die ist auch noch falsch. Diese Adresse ist nämlich eine Kombination aus meiner Firmen- und Privatanschrift und deshalb auch die Kataloge für Bürogedöns.
Ich habe da übrigens einen heißen Verdacht, wer meine Adresse weitergegeben hat, selbiger schreibt mich schon seit Jahren als Herr Kitty-xy an – wusste gar nicht, das ich denen meine Chromosomen mitgeteilt habe.
Ich glaube da bekommt mein neues Bürohelferlein schneller Arbeit als gedacht. Lass es dir schmecken mein kleines Papiermonster.
Kitty-xy - 9. Jan, 19:30 - in Kategorie:
Zwidri
Präzedenzfall in Sicht
Am 12. Dezember 2007 wurde am Kölner Landgericht ein für die Geschichte der Zwischengeschlechtlichen in Deutschland wegweisender Prozess eröffnet, der am 6. Februar 2008 seine Fortsetzung findet: Die intersexuelle Düsseldorferin Christiane - bürgerlich noch Thomas - Völling, vertreten durch ihren Anwalt Dr. Georg Groth, verklagt den Chirurgen, der ihr 1977 als damals 18-Jähriger Uterus und Ovarien entfernt hat, auf 100 000 Euro
Schadenersatz wegen irrtümlicher Geschlechtszuweisung und körperlicher Verstümmelung.
Eine Linksammlung zur Berichterstattung in den Medien findet sich hier:
Medienecho
Wir rufen zur Solidarität mit Christiane Völling auf, die mit diesem Schritt ein hohes persönliches Risiko, auch ein finanzielles eingegangen ist. Um ihren Anwalt zu bezahlen, musste sie einen Kredit aufnehmen.
Wer Christiane Völling unterstützen möchte, kann dies mit einer Überweisung auf das Vereinskonto tun. Es kommt nicht auf die Höhe an, auch die Anzahl der Spenden setzt ein Zeichen:
Intersexuelle Menschen e.V.
Konto 0963128202
Postbank Hamburg
BLZ 200 100 20
Verwendungszweck: Solidarität mit Christiane
Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt. Für Beträge unter 100 € genügen der Einzahlungsbeleg und der Kontoauszug. Für Zuwendungen über 100 € stellt der Verein Spendenbescheinigungen aus.
Diese Veröffentlichung ist auf der Seite des
Vereins Intersexueller Menschen e.V. unter der Rubrik "Aktuelles" veröffentlicht.
Also bitte spendet zahlreich.
Kitty-xy - 4. Jan, 19:57 - in Kategorie:
Zwidri
Ich sitze hier und denke über das Jahr 2007 nach, doch gleich ist es vorbei und ich stoße aufs neue Jahr an.
Mein Jahr fing eigentlich recht gut mit einem schönen Urlaub an und ließ dann aber stark nach. Ein Jahr mit mehr Down`s als Up`s stellte sich ein und plätscherte mehr schlecht als recht vor sich hin. Mein absolutes Tief hatte ich wohl erreicht, als ich meine Fotos in einem medizinischen Bericht meines Operateurs entdeckte.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dem Jahr keine einzige Träne nachtrauern zu müssen, es kann ja nur besser werden. Egal was ich dieses Jahr auch angepackt habe, es wollte mir nicht gelingen.
Einzig positiv bleiben mir die Treffen mit meinen lieben Menschen in Erinnerung, derer sollen nächstes Jahr hoffentlich zahlreiche folgen.
Ich hoffe auf ein besseres 2008 – also auf das neue Jahr ein Prost.
Kitty-xy - 31. Dez, 23:55 - in Kategorie:
Zwidri